Verkehrsverbindungen
Bei der Ausstellung in Luino zur 125 Jahr Feier wurden auch eine Reihe von alten Fotos ausgestellt.
Eins davon war von Pino.
Jetzt bin ich eines Morgens sehr früh aufgewacht. Zu früh zum aufstehen und da ist mir diese Foto eingefallen und da bin ich erst einmal darauf aufmerksam geworden, dass man wohl den Bahnhof sieht, den Tunneleingang, die Kirche, den alten Turm und etwas vom alten Dorf.
Es fehlen die Villen und die Uferstrasse!
Was heisst das?
Wie kamen die Leute damals von einem Ort in den anderen?
Die Eisenbahn hat die Bewohner der Gegend aus Ihrer Isolation geholt. Endlich konnte man sich mal vom Ort weg bewegen.
Die Bewohner der Dörfer müssen in der Zeit sehr arm gewesen sein. Sie mussten von dem leben, was die Scholle hergab und das war mit Sicherheit oftmals sehr wenig.
Wie ich schon erzählt habe sind um die Jahrhundertwende eine ganze Reihe von Männern der Gegend nach Paris ausgewandert und haben dort als Stuckateure „Cementari“ gearbeitet. (siehe Blogbeitrag: Monalisa und die Cementari)
Ohne die Eisenbahn wäre das wohl nicht möglich gewesen.
Und wie kamen die Leute vorher zu anderen Orten?
Vermutlich zu Fuss, per Maultier oder – Hauptverkehrsweg war wohl der See.
Auch Kaiser Otto vom See her in Maccagno angekommen sein. (siehe Blogbeitrag: Hurra der Kaiser Kommt)
Und wo ging die Strasse her?
An der Grenze zur Schweiz gab es wohl schon die Uferstrasse nach Zenna.

Eine alte Postkarte vom Grenzübergang in Zenna
Dort gibt es ja die alte Brücke über die Molinera. Von da aus musste man sicherlich die Strasse nach Pino nehmen, die heute schon wesentlich breiter ist, als ich sie noch kenne. Als ich 1971 das erste Mal in Pino war, war sie noch mit Steinen gepflastert, sehr schmal und ohne Laternen – sehr romantisch bei einem Mondspaziergang. Dazu gab es keine Leitplanken oder Geländer, sondern Mäuerchen, wo man sich so schön für ein Päuschen hinsetzen konnte.
Diese Strasse war damals noch mehr eine „mulatiera“ Maultierpfad als eine Strasse.
Und wie kam man zum Nachbarort Tronzano?
Sicherlich über den heute noch bestehenden Weg an der Kirche vorbei, der auch wesentlich schaler war als heute.

Um von da wieder an den See zu kommen gibt es die Mulatiera nach Poggio.
Auch nach Bassano gab es nur den Fussweg und die Mulatiera, so wie sie heute noch von Bassano aus nach Monti di Bassano und von Zenna aus nach Monti di Pino geht.

Den Weg der zum Bahnhof führt kennen alte Pino-Fahrer nur zu gut. Mehr darüber hier:
- Das war eine tolle Zeit
- Wiedertreffen nach 33 Jahren
Das Leben muss damals sehr beschwerlich gewesen sein, auch alle Lasten mussten zu Fuss oder wenn man besser dran war, per Muli transportiert werden An der Mulatiera vom Bahnhof kann man in der Mauer noch die Aussparungen entdecken, in denen man Früher die schwerbeladenen Kiepen abstützen konnte um zu verschnaufen.
Paolo, der beste Ehemann von allen, der in Pino geboren ist und seine Kindheit verbracht hat, kann sich daran erinnern, dass es in Pino nur ein Auto gab, das dem Eigentümer des einzigen Lebensmittelgeschäftes in Pino gehört hat.
Die Verpflegung der Zöllner, die damals auch in Monti di Pino stationiert waren, wurden vom Signor Marconi mit seinem Muli versorgt. Mehr Hintergründe darüber hier:
- Fest in Monti di Pino
- Alle Wieder Zuhause
Empfehlenswert als Lektüre:
„Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu“ vom Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo, der gerade eben diese ersten sieben Jahre in Pino verbracht hat, weil sein Vater in der Zeit Bahnhofsvorsteher in Pino war, und das Reise Verführbuch „Eine Balkon über dem Lago Maggiore“ von Jonny Rieger.














