Träumerei

Gestern habe ich den besten Ehemann von allen mal wieder zu etwas ĂĽberredet.
Wir sind ins „Dorf der Fledermäuse“ gefahren.
Ich wollte doch sehen, wie es dort bei deren „Notte dei Mezaràt„ zugeht.
Da es in Maccagno bei der Nacht keinen Gastronomiestand gab, sind wir erst einmal nach Germignaga und haben uns dort beim Fest „Unità del Lago“ sehen lassen und etwas gegessen.

In Porto Valtravaglia war dann die ganze Innenstadt fĂĽr den Verkehr gesperrt und es war schwierig ĂĽberhaupt einen Parkplatz zu finden.
Jede Menge Autos, also mĂĽssten auch viele Leute unterwegs sein: vielversprechend.
An der Standpromenade fing es dann auch schon an. Menschenmassen sassen an Tischen und waren am essen.

Das war also schon einmal anders als in Maccagno. Wir hätten hier also auch etwas unter die Zähne bekommen.
Aber dafĂĽr waren wir ja nicht hier. Wir wollten sehen, was los war.

Es gab eine Theatergruppe, die dort ihre Sperenzchen machten.
Unter dem grossen Zelt war eine Musikgruppe, die wie ĂĽblich viel zu laut war.
Aber vielleicht sind ich und meine Bekannten da nur zu empfindlich. Wir alle fänden dieselbe Musik, aber ETWAS leiser, als viel ansprechender.

Naja, sehen wir mal was sonst los ist.

Kerzen und Fackeln zeigen den Weg.

Auf dem suggestiven Kirchplatz laufen Vorbereitungen für ein Konzert – noch sind sie aber nicht soweit.
Einige Geschäfte haben Monde und Fledermäuse in den Schaufenstern hängen.
Es gibt auch Verkaufsstände, wo man diese erwerben kann. Ganz schnuckelig, aber ob sie einen grossen Absatz hatten, wage ich zu bezweifeln.
Es gab auch eine Wohltätigkeitsverlosung: jedes Los gewinnt.
Eine Bildergalerie war geöffnet.
Bilder vom Fledermäusen, Elefanten und Drachen – einer kam mir sehr bekannt vor – waren an anderen Stellen auch auf den Strassen ausgestellt.

Dann bimmelte es und – tuut tuut – fuhr eine Bimmelbahn durch die Strasse. Bunt und beleucht fährt sie eine Menge Leute durch die Gegend. Vor allem die Kinder haben ihren Spass.

Im Rathaus gibt es eine TheaterauffĂĽhrung, wir sind nicht reingegangen.
Vor dem Rathaus zeigen verschiedene Maler ihr Können.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, vor allen Dingen die Gesichter der Kinder, die hinterher als Schmetterlinge herumliefen.

Ich muss sagen, irgendwo war ich ein bisschen (sehr) enttäuscht.
Ich hatte mir etwas (mehr) vorgestellt.

Aber vielleicht war es ja ein Fehler, nicht in die Theatervorstellung im Rathaus zu gehen, oder in andere Aktivitäten, die innen stattfanden.

Wenn ich in Pino Lago Maggiore nur ein paar Helfer mehr hätte, wüsste ich wie ich so etwas aufziehen könnte.
Aber wir haben hier ein grosses Problem:
1.Leute zu finden, die mit anfassen
2.Parkplätze

Aber eine Idee ist so eine Bimmelbahn, die die Leute von der Hauptstrasse erst zum Bahnhof bringt,
wo man sowohl auf dem Platze als im Wartesaal etwas veranstalten könnte, bis hoch zur Kirche, die wie die meisten Kirchen die besten Positionen mit der besten Aussicht, hat.
Es gibt so viele Plätze, die sich anbieten, unter anderen:
Der Parkplatz unter dem nicht mehr aktiven Albergo, am Arbi, die Piazza Col di Lana, die Piazza Martinetti, der Piazza della Vittoria, dem Lago Alpini – wo am 7. August unser Konzert mit Annina Joly stattfinden wird; an der heutigen Schule, die in einer wunderschönen Lage mit tollem Blick auf den See liegt, vor dem mittelalterlichen Turm in dem, zur Zeit als Dario Fo in Pino zur Schule ging, unten das Klassenzimmer untergebracht war. Heute ist dort die Post. Ăśber der Schule war das Rathaus, bis es vor einigen Jahren in den restaurierten frĂĽhen Kindergarten umgezogen ist.

In seinem Buch „Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu“ erzählt Dario Fo, wie seine Schulkameraden und er „wie wild gewordene Ameisen“ die Wände des Klassenzimmers bemalt haben.
Ob wohl unter der langweiligen weissen Farbe des Postamtes noch dieses „Kunstwerk“ zu finden ist?

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