Die Saison geht dem Ende zu

Ich weiß nicht, ob ich sagen soll „Gott sei Dank“ oder Schade.
Ich weiß nur eins: jetzt bin auch ich reif für den Urlaub!
Trotzdem macht es mir Spaß mit zufriedenen Gästen und Eigentümern zu tun zu haben. Zum Glück ist das meistens der Fall.

Vielleicht kann ich als Vermittlerin, deren Anliegen es ist, das ALLE – Urlauber, Eigentümer und somit auch ich – zufrieden sind, ein paar Tipps geben, wie man manchen Problemen oder Missverständnissen aus dem Weg gehen kann.

Als erstes:
seid bereit Euch zu entspannen und den Urlaub zu genießen. Wer mit dem Gedanken losfahrt, dass alles perfekt sein muss wie zuhause, bleibt besser da, wo er herkommt, denn es wird immer „anders“ sein. Aber das ist doch auch ein Grund, dass man nicht zuhause bleibt, oder?
Ich kümmere mich um Ferienobjekte am Lago Maggiore, in Italien sowohl auf der lombardischen als auf der piemonter Seite des Sees und hoffentlich demnächst auch in der Schweiz.
Bitte denkt dran, Ihr seid nicht in Deutschland.
Die Eigentümer der Ferienwohnungen und –häuser sind oftmals keine Deutschen und auch die Gäste kommen nicht ALLE aus Deutschland. Sondern so ziemlich von überall her. Gerade das macht den Reiz unseres Berufes aus.
Nicht überall gibt es eine deutsche Kaffeemaschine, Wasserkocher sind in Italien so gut wie unbekannt. Wasser kocht man in einem Topf. Kaffee wird mit einer „Mokka“ gekocht. Wenn Ihr auf den Geschmack gekommen seid, dann gibt es in Omegna einen Werksverkauf von BIALETTI und auch von ALESSI, vielleicht einfach mal einen Ausflug dorthin machen? ;)

Auch wenn es ein SAT-TV gibt, heißt das nicht unbedingt, dass sämtliche deutschen Fernsehkanäle zu empfangen sind – vielleicht sind‘s nur ein paar, die gehen nämlich über einen anderen Satelliten als die italienischen.
Aber fährt man wegen des Fernsehprogramms in Urlaub? Die Welt geht weiter auch wenn man mal ein paar Nachrichten verpasst.

Wenn Ihr italienische Gastgeber habt, sind Euch vielleicht die Bettdecken, die über beide Betten gehen ungewohnt. Die Italiener schütteln die Köpfe über die Deutschen, die unter getrennten Decken schlafen. Wie kann man denn dann kuscheln?

Jedes Dorf hat seine Kirche und die Kirchenglocken schlagen gewöhnlich alle Stunde (oder auch öfter).
Früher schlug unsere Kirchturmuhr jede volle Stunde zweimal, so dass alle, die wach waren und beim ersten Mal verpasst hatten mitzuzählen, nur ein paar Minuten warten mussten, weil dann die Glocke zum zweiten Mal die Stunden schlug. Sehr praktisch. Man brauchte keinen Wecker der die Uhrzeit mit kleinen roten Zahlen an die Wand schmeißt. Leider ist das aber vor ein paar Jahren abgeschafft worden und es ist wohl auch nicht mehr oft zu finden. Mich würde es mal interessieren, ob diese alte Gewohnheit noch irgendwo üblich ist.
Nachtwächter gibt es übrigens auch hier keine mehr.

Und so könnte man stundenlang weiter aufzählen. Ich will Euch da aber nicht damit langweilen entdeckt selber, wie „exotisch“ es hier sein kann.

Und noch eine Bitte habe ich: nehmt UNBEDINGT die Anreisebeschreibung mit, die Euch zugestellt wird. Dort steht außer der Adresse Eurer Ferienwohnung und evtl. des Treffpunktes für die Schlüsselübergabe auch die Telefonnummer des Schlüsselhalters – ob es nun der Eigentümer oder eine von ihm beauftragte Person ist.
Falls sich die Anreise aus irgendwelchen Gründen verzögern sollte und Ihr nicht zum vereinbarten Zeitpunkt am Treffpunkt sein könnt, gebt Bescheid: die Leute, die auf Euch warten machen sich vielleicht Sorgen wenn Ihr nicht rechtzeitig ankommt oder sie haben auch noch abends etwas anderes vor. Da sollte man Ihnen zumindest Bescheid geben, dass es später wird. Es könnte auch sein, dass eine Schlüsselübergabe nach einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr möglich ist. Normalerweise lässt sich aber alles arrangieren – nur reden muss man drüber.

Es fehlt etwas oder was anderes funktioniert nicht richtig? Falls Ihr eine berechtigte Forderung habt, wird Euch sicherlich jeder gerne weiterhelfen.
Man muss nur fragen, meist kann problemlos geholfen werden. Es ist sinnlos, sich über etwas zu ärgern, hinterher groß meckern, und dann stellt sich raus, dass im Handumdrehen hätte geholfen werden können oder dass die Forderungen unberechtigt sind, weil nirgendwo etwas, davon gestanden hat.
Deshalb seht Euch die Beschreibungen an, oft erkennt man auch auf den Fotos was man vielleicht wissen wollte. Sonst fragt vorher, ob das, was Euch wichtig ist vorhanden ist.
Wenn Ihr in Urlaub fahrt – egal wohin – versucht Euch zu entspannen – sucht nicht das Haar im Ei um Euch und Euren Gastgebern das Leben schwer zu machen sondern versucht gerade einmal das zu GENIESSEN, was ANDERS ist.

Abgesehen von diesen kleineren Problemen, dass ein Teil meiner Arbeit und die Vielfalt der Menschen sind, ich danke allen meinen Gästen für ihr Vertrauen und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. :)

Jetzt werde ich bald in Urlaub fahren …. an die Nordsee in Deutschland. Ich müßte jetzt – zumindest für meinen Mann – hoffen, dass es in der Ferienwohnung Italienisches Fernsehen und eine “Mokka” gibt. :o

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3 Antworten zu “Die Saison geht dem Ende zu”

  1. Jochen

    Ich habe meinen Urlaub auch noch vor mir … Gott sei Dank :-)

  2. eva

    wie wahr, aber eine kleine Expressomaschine passt sicher ins Handgepäck, wenn sie so wichtig ist.

  3. Anonymous

    wir haben überlebt. Ohne Computer, ohne italienisches Fernsehen, ohne Pasta, ohne Espresso. Es war wunderbar erholsam!

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