Blinde und stark Sehgeschwächte: Aufgepasst
In Laveno Mombello am Lago Maggiore sind Arbeiter dabei, einen elektronischen Weg für Blinde einzurichten, der in Europa ein Vorreiter sein wird.
Der 1 km lange Weg vom Bahnhof bis zum Ende der Uferpromenade soll in einem Monat fertig sein.
Die Idee kommt vom EU-Forschungszentrum in Ispra (CCR).
Das drollige an der Sache ist, dass ein Mitarbeiter des Zentrums die Mikrochips gratis am Schlachthof in Rom abgeholt hat. In Laveno werden die etwa sieben Zentimeter grossen Kapseln eingebuddelt, die sich in den Mägen von Rindern, um diese identifizieren zu können.
Wenn jetzt die Kuh ihren letzten Weg auf die Theke des Supermarktes angetreten hat, wird sie von dem Keramikzylinder befreit. Dabei wäre es ihr vermutlich lieber, ihn weiter mit sich rumzuschleppen, und sich dafür auf einer schönen grünen Wiese tummeln zu können.
Da aber die meisten Leute gerne mal ein Stück Fleisch essen, ist es eine sinnvolle Art die „Signalabgeber“ weiterzuverarbeiten. Da es im nächsten Jahr 50 Millionen in Europa sein werden (so viele Kühe essen wir?) ist die Entsorgung ein ernsthaftes Problem.
Das Ccr holt sie ab und buddelt sie ein.
Aber wie funktioniert das, werdet Ihr Euch fragen.
Der Tranponder, so heisst da Ding wohl im Volksmund, gibt ein Signal ab – ein Stock mit Antenne fängt dieses auf und gibt es an ein Handy der letzen Generation weiter, das es decodifiziert und ein bluetooth Hörgerät gibt es als Stimme weiter.
Ein Seebehinderter, der diese ganze Ausrüstung hat (im Schnitt 500 €), öffnen sich in Zukunft ganz neue Möglichkeiten, wenn er den Transponderweg benutzt.
Das Ccr stellt sich vor, dass ein Blinder aus dem Zug steigen kann, einen Spaziergang die ganze Strandpromenade lang und in Zukunft auch e mit der Fähre ans andere Ufer nach Piemont fahren kann.
Die Wissenschaftler sind dabei eine elektronische Datenbank einzurichten, die sogar die Beschreibung des Panoramas enthält, wenn man sich auf einer Bank mit Blick auf die : Borromäische Inseln, ein Päuschen gönnt.
Da es unwahrscheinlich ist, dass wir auf unser Steak verzichten, werden viele dieser Chips anfallen und was gibt es für eine sinnvollere Art sie zu entsorgen, als einer Gruppe von Leuten einen Teil Ihrer Behinderung zu erleichtern.
In Zukunft hoffentlich nicht nur in Laveno und nicht nur für Sehbehinderte.
Mich würde es jedenfalls interessieren, wie es weitergeht.














